
Wo man mit Eisen und Nägeln nicht mehr weiterkommt, wo der Umstieg auf Barhuf laufen das nächste Ziel ist oder wo Krankheiten eine besondere Behandlung des Hufes verlangen – da sind Klebeschuhe eine der beliebtesten Alternativen. Es gibt sie in den verschiedensten Ausführungen, für so gut wie jedes Bedürfnis. Hoof24 hat sich einmal intensiv mit dem Thema befasst.

Dies ist ein gutes Beispiel für einen perfekten Kunststoffbeschlag. Das natürliche Laufverhalten des Pferdes sowie auch das natürliche Wachstum des Hufes wird hierdurch stark gefördert.
Quelle: P&P Systems GmbH
Warum ein Artikel über Klebehufschutz?
Hoof24 möchte mit diesem Artikel eine Alternative zum klassischen Eisenbeschlag aufzeigen, Allerdings nicht, ohne den klassischen Eisenbeschlag und die verschiedenen weiteren Beschläge z.B. Alu, Kunststoff, Kleber und Nägel etc. abzuwerten. Wir werden auch über diese Beschlagsarten ausführlich berichten.
Wir wünschen viel Spaß beim Lesen dieses Artikels.
HUFSCHUHE - Das Sonderthema im Januar 2018
Dieser Artikel zeigt die Vor- und Nachteile von Hufschuhen auf.
Wir gehen auf die Kosten und die Verarbeitungstechniken ein.
Was ist zu beachten?
Wie wird man Hufschuh-Experte?
Grundsätzlich kann zwischen vier verschiedenen Arten von Klebeschuhen unterschieden werden. Zum einen gibt es reine Kunststoffklebeschuhe, die aus Sohlenplatten und Laschen zusammengesetzt werden. Dann gibt es Kunststoffschuhe mit einem integrierten Metallkern aus Stahl oder Aluminium. Die dritte Form sind Kunststoffschuhe, die als reine Basis dienen. Auf ihnen können dann Eisen, Stollen und ähnliches angeschraubt werden, ohne mit dem eigentlichen Huf in Berührung zu kommen. Die letzte Form ist ein Kunststoffbeschlag, an den Laschen geschweißt werden um dann beide Komponenten gemeinsam anzubringen.
“Keinem leidenden Huf ist das Eisen bequem.”(Einsiedel, 1880)
Von diesem Prinzip ließ sich Helmuth Dallmer leiten, als er in den 1970er-Jahren den ersten DALLMER Hufschuh entwickelte. DALLMER Hufschuhe werden unter den Huf geklebt oder geschnallt, so dass keine Nägel mehr nötig sind. Diese Art der Befestigung ist wesentlich angenehmer für das Pferd, denn der Huf wird nicht mehr mit Nägeln durchbrochen und muss keine Fremdkörper in seinem Inneren tolerieren. So schonen DALLMER Hufschuhe nicht nur gesunde Hufe, sondern steigern auch die Heilungschancen von Pferden, die an einer Huferkrankung leiden.
Darum lautet seit jeher der Grundsatz des DALLMER Hufschutzes: Kleben statt Nageln! Alle Weiterentwicklungen des ersten Modells orientieren sich daran. Zudem werden alle DALLMER Hufschuhe ausschließlich aus Kunststoff gefertigt. Dieses Material wiegt viel weniger als das Metall der klassischen Hufeisen und dank seiner Flexibilität eignet es sich für die unterschiedlichsten Anwendungen.

Wie teuer ist der Klebebeschlag?
Ist die Entscheidung für einen Klebeschuh einmal gefallen, gibt es auf dem Markt eine breite Produktpalette.
Bewährte Markenprodukte
Ebenfalls beliebt sind „Dallmer“-Klebeschuhe, die Eigenmarke vom Fachhandel Strohm. Diese werden besonders gerne bei Hufrehe eingesetzt. Außerdem eignen sie sich gut bei Jungpferden oder brüchigen Hufen, da, ähnlich wie beim Duplo, an der Außenseite vom Huf geklebt wird.
Eine breite Produktpalette bietet auch die Firma „Easy-Care“. Der „Easy-Shoe“ hat eine besonders weiche Sohle, was vor allem bei zu kurz gelaufenen Hufen helfen kann. Ansonsten kann zwischen den Varianten „Sport“, „Compete“, „Performance“, „Therapy“ und „Pleasure“ gewählt werden. Da der Schuh keinen Metallkern hat kommt er sehr nah an den Barhuf heran und lässt sich auch mit Polstern wie beispielsweise EquiPak benutzen. Der „Easy-Boot Glue-on“ wird zum Beispiel in Zusammenarbeit mit Vettec-Kleber empfohlen, auf welchen später in diesem Artikel noch eingegangen wird. Der „Easy-Shoe Performance“ wird bei einigen Hufbearbeitern in Verbindung mit dem Kleber von „P&P Systems“ genutzt.
Weitere bekannte Namen für Klebeschuhe sind „Esprit Horseshoes“, „P&P Systems“, „Soundhorse“, „Flexx Therapie Shoes“ oder auch „Renegades Pro Comp Glue-on Schalen“.

Was ist zu beachten?

Da die Arbeit mit Kleber auch Gefahren für den Hufbearbeiter mit sich bringt, hat die Berufsgenossenschaft einige Verhaltensregeln festgelegt. Jedem Kleber sollte ein sogenanntes „Sicherheitsdatenblatt“ beiliegen. Auf diesem ist vermerkt, wie mit dem Gefahrenstoff Kleber im Einzelfall umzugehen ist. Hat der Hufschmied einen Betrieb, muss für alle Mitarbeiter aus diesem Sicherheitsdatenblatt eine Betriebsanweisung erstellt werden. Da die Sicherheitsdatenblätter aber oft nicht gerade einfach zu entziffern sind oder gar komplett fehlen, hat die Berufsgenossenschaft eine kleine Hilfestellung auf ihrer Homepage bereitgestellt. Unter www.bghm.de im Bereich „Arbeitsschützer“ gibt es einen Button namens „Praxishilfen“. Dort befindet sich unter „Betriebsanweisungen“ der Button „Hufbeschlag“. Das dort befindliche Word Dokument „Umgang mit 2-Komponenten-Klebern / Kunsthorne“ kann dann einfach heruntergeladen werden. Darunter können drei wichtige Faustregeln hervorgehoben werden. Erstens: es muss eine Schutzbrille getragen werden. Zweitens: wenn möglich, sollte im Freien gearbeitet werden und drittens: die Hände sollten durch Nitril-Einmalschutzhandschuhe geschützt werden. „Es ist ähnlich wie beim Fahrrad fahren. Mal schnell ohne Helm um die Ecke zum Bäcker gefahren und schon ist genau auf dieser Strecke ein Unfall passiert. Genauso ist es beim Arbeiten mit Kleber. Aus diesem Grund sollten die Punkte auf der Betriebsanweisung immer, auch bei kurzzeitigen Arbeiten, beachtet werden“, betont Reik Weber von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall.
Neuheit Turfcord


Fazit
Wo finde ich Experten-Seminare?
Viele der im Artikel genannten Firmen bieten zertifizierte Kurse zu ihrem Produkt an.
Die Firma Vettec zum Beispiel bietet kostenlose Fortbildungs- und Materialkurse. Diese werden von spezifisch geschultem und professionellen Personal geleitet. Ein Termin kann individuell mit Martin Zimmer unter martin.zimmer@vettec.com oder 01523/37 69 088 vereinbart werden.
Auch die Firma Duplo bietet eine Duplo-Zertifizierung an. Außerdem kann eine Prüfung zum professionellen Duplo-Anwender abgelegt werden. Kurse dazu bietet die Niedersächsische Bildungsstätte von Hufbeschlaglehrschmieden unter www.NBvH.net an. Eine weitere gute Adresse für Kurse in diesem Bereich ist das Lehrinstitut LTZ, eine zertifizierte und anerkannte Einrichtung. Sie ist in Deutschland und der Schweiz die einzige anerkannte Schule die in diesem Bereich ausbildet. Informationen und Kurstermine finden Sie unter www.zanger-pferd.de. Zudem gibt es viele private Anbieter, die zertifizierte Schulungen durchführen. Im Westerwald auf dem Hof Gonzenborn findet beispielsweise am 18. November der Workshop „GluShu“ statt. Infos dazu finden Sie auf Facebook unter “Workshop GluShu im Westerwald“. Weitere Kurse finden sich außerdem unter www.rhs.horse, Hufpflegeschule.com sowie bei Matthias Scherer, Würselen, maety.scherer@gmail.com und Hufschmiede Olaf + Philipp Optenplatz, Brüggen, go-optenplatz.de/hufschmiede/.
Oft kann auch einfach bei den jeweiligen Firmen angerufen und nach einer Produktschulung gefragt werden.
Interessieren Sie sich für Fortbildungsmaßnahmen?
Auch Hoof24. bietet zukünftig zertifizierte Kurse an, die Sie direkt hier auf unserer Homepage finden können. Hoof24 ist eines der führenden Fortbildungszentren für Hufbearbeiter, Hufschmiede und alternative Hufbearbeiter, die sich in diesem Bereich fortbilden und zertifizieren wollen.
Informieren können sich Interessenten unter 0 21 66 / 6 87 68 66 oder 01 52 / 33 64 77 02 bei Frau Korzen.

